

Das Unternehmen Papier-Mettler will sich im interkommunalen Gewerbepark Hunsrück-Mosel, kurz "Humos", erheblich vergrößern. Bis zum Jahr 2011 sollen für 25 Millionen Euro neue Produktionsstätten errichtet werden. Inklusive Maschinen denkt Firmenchef Michael Mettler an Investitionen in einer Größenordnung von 35 bis 40 Millionen Euro.
Geplant ist ab 2010 zunächst eine neue 8.000 Quadratmeter große Betriebsstätte, in der flexible Verpackungen, eine Art "Schrumpffolie", produziert werden sollen. Anschließend ist ein weiteres Hochregallager geplant. Je nach Bedarf und Entwicklung soll die Gesamtnutzfläche von rund 25 Hektar weiter erschlossen und bebaut werden.
Das Areal befindet sich bereits seit geraumer Zeit im Besitz des Herstellers von Papier- und Kunststoffverpackungen mit dem Stammsitz in Morbach.
Mit den Bauarbeiten soll im kommenden Jahr begonnen werden. Dennoch sind die Bagger bereits vor Ort. Bis November steht die Modellierung des Geländes auf dem Plan. 360.000 Kubikmeter Erde sollen bewegt werden. Diese werden allerdings komplett auf dem Gelände bleiben, sagt Guido Lieser von der zuständigen Firma Backes.
Die internationale Finanzkrise hat das Unternehmen nicht von der Groß-Investition abgehalten. "Als mittelständisches Familienunternehmen verfolgen wir eine langfristige Strategie", macht der Firmen-Chef deutlich.
Die Anzahl der zusätzlich benötigten Mitarbeiter schätzt Mettler auf rund 50 pro Jahr. Derzeit sind am Standort etwa 1.200 Mitarbeiter beschäftigt, insgesamt sind es in der Unternehmensgruppe knapp 2.000.
Das neue Hochregallager soll mit 40 Metern Höhe nach Angaben von Papier-Mettler optisch so hoch wirken wie das bestehende. Grundsätzlich werden die Eingriffe ins Gelände laut Jürgen Jakobs vom Architekturbüro Jakobs - Fuchs unproblematischer sein als vor zwölf Jahren, als der Standort erstmals bebaut wurde.
Für Gregor Eibes, Vorsteher des Zweckverbands Gewerbepark "Humos" und in Personalunion Bürgermeister von Morbach, ist es noch immer "fast unvorstellbar", dass das 50 Hektar große Gelände nach nur zwölf Jahren nicht nur erschlossen, sondern größtenteils auch vermarktet ist. Das habe damals niemand erwarten können.
Am interkommunalen Gewerbepark sind neben der Einheitsgemeinde Morbach die Verbandsgemeinden Thalfang am Erbeskopf, Neumagen-Dhron, Bernkastel-Kues und der Landkreis Bernkastel-Wittlich beteiligt.
Meinung
von Ilse Rosenschild
Gute Nachrichten aus Morbach
Das Vorhaben des Unternehmens Papier-Mettler, in zweistelliger Millionenhöhe zu investieren, setzt in der Region positive Signale. Zunächst an die rund 1.200 Mitarbeiter, die sehen, dass die Firmenleitung in die Zukunft investiert. Dann an den Arbeitsmarkt, der sich trotz Krise im Hunsrück deutlich positiv von anderen Regionen abhebt. Durch die zusätzlich in Aussicht gestellten Arbeitsplätze besteht die Hoffnung, dass das auch künftig so bleibt. Schließlich sind auch in Morbach in jüngster Vergangenheit Arbeitsplätze verloren gegangen. Die tangierten Kommunen sehen zudem künftigen Gewerbesteuer-Einnahmen sicher positiv entgegen. Doch die Entscheidung des Morbacher Unternehmens zeigt noch etwas anderes: Dass es nämlich mitten in der Finanzkrise nicht nur Firmen gibt, die lediglich auf kurzfristige Erfolge schielen, um Interessen von Aktionären und Managern zu sichern. Daneben existieren sehr wohl Firmen mit Philosophien, die perspektivisch arbeiten und langfristig denken. Und das ist, finde ich, die eigentlich gute Nachricht aus Morbach.

22. April 2009
Von: Trierischer Volksfreund, Ilse Rosenschild
Mit rund 1.600 Mitarbeitern operiert das 1957 von Hans-Georg Mettler gegründete Unternehmen Papier-Mettler in Morbach heute europa- und weltweit. Aus einer kleinen Papiergroßhandlung mit einer Handvoll Mitarbeitern ist innerhalb von 50 Jahren der größte Arbeitgeber im Raum Morbach geworden - und damit einer der wichtigsten Ausbildungsbetriebe in der Region. "Die Firma Papier-Mettler ist mit ihrem unternehmerischen Erfolg und ihrer hervorragenden Ausbildungsleistung eine Firma der Superlative", lobte Landrätin Beate Läsch-Weber das Morbacher Unternehmen. Das sieht auch die IHK Trier so und verlieh dem Unternehmen dafür die Auszeichnung "Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb". IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel sowie die Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung Marcus Kleefisch und Ausbildungsberater Normann Burg überreichten Karin Mettler die Urkunde bei einer kleinen Feier in Morbach. "Wir sind stolz auf diese Auszeichnung, stolz auf das, was wir erreicht haben und motiviert für die Zukunft im Ausbildungswesen", sagte Karin Mettler.
Jedes Jahr stellt das Unternehmen etwa 30 bis 40 Auszubildende in 13 verschiedenen Ausbildungsberufen ein. Aktuell werden 109 junge Menschen ausgebildet. Jedem davon wird bei Ausbildungsbeginn ein persönlicher Lehrpate zugeteilt, der sich im Unternehmen auskennt und Ansprechpartner für die kleinen Sorgen und Nöte ist.
Ausbildung hat bei Papier-Mettler einen hohen Stellenwert. Das beginnt schon damit, dass etwa Industriemechaniker in regelmäßigen Abständen die vier Grundschulen der Gemeinde Morbach besuchen und dort mit den Schülern im Alter zwischen sechs und zehn Jahren Modelle zusammen bauen. Im Rahmen des Kreises Schule/Wirtschaft Wittlich engagiert sich das Unternehmen bei "Take off", wo man an einem Tag Eltern und Schülern zeigt, in welchen Berufen ausgebildet wird. Jährlich bietet das Unternehmen zusammen mit der Arge Morbach auch Elternabende für Eltern und Schüler der Abgangsklassen 9 und 10 an, ebenfalls intensive Kontakte hat die Firma zum Gymnasium in Bernkastel-Kues, wo Schüler der Oberstufe auf Bewerbertrainings vorbereitet werden. Alle Azubis bei Papier-Mettler, egal ob kaufmännische oder gewerbliche Berufe, durchlaufen während ihrer Ausbildung möglichst viele Abteilungen im Unternehmen, um einen Einblick in die Abläufe der Firma zu bekommen. Sprachkurse in Englisch und Französisch machen die jungen Menschen in ihrer Ausbildung fit für Praxisaufenthalte in den ausländischen Tochterfirmen. Eine Bestätigung für seine gute Ausbildung bekam das Unternehmen 2007, als es mit Pascal Homberg den besten Azubi der Industriemechaniker im Land Rheinland-Pfalz hatte. Aber auch Praktikantenplätze stellt das Morbacher Unternehmen gerne zur Verfügung, allein in den Jahren 2006 bis 2008 wurden 151 Praktikanten beschäftigt.

IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel überreichte die Urkunde an Karin Mettler.
Den Glückwünschen schlossen sich an: Landrätin Beate Läsch-Weber sowie der
1. Beigeordnete der Gemeinde Morbach, Hans Jung.
25. November 2008
Von: IHK Trier, Redaktion "Blickpunkt Wirtschaft"
Die Urkunde: ![]()
Am Anfang stand die Idee. Karin Mettler von der Firma Papier-Mettler hatte in einem Zeitungsartikel von einem Projekt gelesen, bei dem Auszubildende Projektunterricht in Grundschulen geben. Im Arbeitskreis Wirtschaft wurde die Anregung diskutiert und mit Bürgermeister Gregor Eibes und den Schulleiterinnen besprochen. „Die Idee stieß auf große Resonanz“, erinnert sich der Rathaus-Chef.
Seit einigen Wochen gestalten drei Auszubildende und der Leiter der Ausbildungswerkstatt Joachim Thömmes die Technik AG der vierten Klassen der Grundschule Morbach. Die Absicht: „Wir wollen das technische Interesse bei den Kindern wecken und den Schulstandort Morbach stärken“, erklärt die Personalchefin Mettler. Ein ähnliches Projekt hatte der Hersteller von Papier- und Kunststoffverpackungen im vergangenen Jahr unter der Abkürzung „Schuwi“ mit der Morbacher Hauptschule gestartet. Inzwischen geht „Schuwi“ nun in die Grundschule.
Am Montag fand die Technik AG mit zehn Schülern in Morbach in dieser Form zum letzten Mal statt. Dafür können demnächst die Kinder der Grundschule Haag-Merscheid mit Hilfe von Fischertechnik-Baukästen Kräne, Rennautos und Waagen bauen. „Sie können in der AG ganz spielerisch ihre Begabungen entdecken“, schildert Thömmes seine Erfahrungen.
Die jungen Konstrukteure sind mit großer Begeisterung bei der Sache. „Das ist die coolste AG, die wir je hatten“, ist der neunjährige Simon überzeugt. Volker, ebenfalls neun Jahre alt, sitzt konzentriert vor seiner Seilbahn. „Ich habe sie nach einer Vorlage gebaut, aber es fehlten Stufen, damit die Leute einsteigen können“, schildert er stolz. Die hat er hinzugefügt. „Blöd“ findet er es, dass die AG zu Ende geht. Er hat zwar auch einen Baukasten zuhause, aber ihm fehlen die Anleitungen. Manche arbeiten exakt nach Plan. Andere orientieren sich an der Wirklichkeit. „Ich habe das größte Windrad der Welt gebaut“, erzählt Eric (9) der TV-Reporterin. „Cool“ finden es die Schüler auch, dass sie an dem AG-Tag keine Hausaufgaben machen müssen. „Das hätten wir unfair gefunden“, macht Schulleiterin Frauke Lörsch deutlich. Denn die AG findet in der Zeit statt, in der die Ganztagsschüler ihre Aufgaben erledigen.
Eineinhalb Stunden wöchentlich findet die Arbeitsgruppe für junge Tüftler und Bastler statt, Das ist auch für die Auszubildenden Neuland. „Das sind die allerersten Erfahrungen als Führungskräfte“, meint Hubert Hill, Vorstandssprecher der VR-Bank Hunsrück-Mosel. Sein Kreditinstitut, ebenfalls im Arbeitskreis Wirtschaft vertreten, unterstützt das Projekt finanziell mit 3000 Euro. Die VR-Bank ist seit 2003 Förderpartner des TV-KLASSE!-Projekts und seit 2007 exklusiver Partner des TV-Projekts Mini-KLASSE!.
„Schuwi“ sei eine wunderbare Ergänzung zu Mini-KLASSE!, wo es vor allem um Lesekompetenz gehe. Schließlich habe die Pisa-Studie auch bei technischen Fähigkeiten Defizite aufgezeigt.
24. September 2008
Von: Trierischer Volksfreund, Ilse Rosenschild

